Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie

Unser fachliches Selbstverständnis orientiert sich an der systemischen Perspektive. Unter „systemisch“ verstehen wir eine Sicht- und Handlungsweise, die Konflikte und Probleme nicht individualisiert, sondern in ihrem jeweiligen familiären Kontext betrachtet und zu lösen versucht. Wo es möglich ist, beziehen wir unsere Hilfsangebote somit nicht nur auf das einzelne Kind, sondern auch auf dessen Familie.

Wir sind daher ständig bemüht, die Familie des jeweiligen Kindes/Jugendlichen soweit wie möglich in unsere Arbeit mit einzubeziehen. Art und Umfang der Mitarbeit hängt dabei maßgeblich von der Bereitschaft der Eltern ab, wobei wir diese freilich gezielt zu wecken und zu fördern versuchen.

  • Enge Kooperation mit den Eltern und Familienangehörigen
  • Beratung zu Erziehungsfragen und familiären Problemen durch familientherapeutisch ausgebildete Fachkräfte.

Es besteht die Möglichkeit der Übernachtung für Eltern und Familienangehörige im Elternappartement unserer Einrichtung.
In der Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie unterscheiden wir dabei die kooperative von der familientherapeutisch orientierten Ebene, wobei die Übergänge oft fließend sind.

a. Kooperative Familienarbeit

Handlungsleitend ist für uns die Erfahrung, dass sich ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Eltern und pädagogischen MitarbeiterInnen förderlich auf den pädagogischen Umgang mit dem Kind bzw. der Jugendlichen auswirkt. Auf dieser partnerschaftlichen Basis ist es leichter, gemeinsam Probleme zu erörtern, sich abzustimmen und Vereinbarungen zu treffen.
Die kooperative Familienarbeit manifestiert sich in vielen verschiedenen Formen: vom Telefon- und Briefkontakt, Tür- und Angelgespräch beim Besuch der Eltern in der Einrichtung bis zu dem Angebot regelmäßig stattfindender Elterngespräche, die vom Erziehungsleiter mit familientherapeutischer Zusatzqualifikation und der jeweiligen Gruppendienstmitarbeiterin durchgeführt werden.

b. Familienberatung/-therapie

Wir bieten familientherapeutisch ausgerichtete Gespräche und Vorgehensweisen an, wenn die Bereitschaft dazu besteht bzw. erreicht werden kann, auch an der Veränderung des familiären Beziehungssystems zu arbeiten.
Ziel solcher familientherapeutisch orientieren Gespräche ist es, Klärungsprozesse in den Beziehungen der Familienmitglieder herbeizuführen, um darüber einen zwischenmenschlich befriedigenderen Umgang zu ermöglichen. Eine Klärung kann, wenn sie glückt, zu einer Rückführung ins Elternhaus ebenso führen wie zu einer sinnvollen Ablösung von den Eltern.
Das Angebot einer familientherapeutisch orientierten Elternarbeit wird je nach Bedarf durchgeführt durch den Erziehungsleiter mit familientherapeutischer Zusatzqualifikation und der jeweiligen Gruppendienstmitarbeiterin oder durch unseren eigenen Fachdienst für Familientherapie.

Mehr über unsere Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie erfahren Sie in unserem Konzept:
Leitet Herunterladen der Datei einKonzept: Systemisch orientierte Elternarbeit im Jugendhilfezentrum Schnaittach (2008)